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Olympia

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Olympia
Die Westpeloponnes und da vor allem das Gebiet zwischen Patras und dem Heiligtum von Olympia gehört zu den Landschaften, die von der Natur scheint es besonders reich bedacht wurden.

 

Zu beiden Seiten der Strasse, die von Patras zum antiken Olympia führt, sieht man malerische Dörfer und Kleinstädte liegen. Buchten und Sandstrände ziehen vorüber und lassen dem Besucher die Wahl zwischen verschwiegenen Badebuchten und belebten Strandbädern mit allem modernen Komfort, wie Katakolo und Agios Andreas westlich von Pirgos, Kourouta, Killini und Kalogria nördlich davon. Eine Fülle historisch wie archäologisch äusserst bemerkenswerter Stätten und Bauten - Ruinen antiker Städte, byzantinische Kirchen und mittelalterliche Burgen - zeugen von der bewegten Vergangenheit dieser Region. In Pirgos biegt die Nationalstrasse nach Osten ab und durchzieht die fruchtbare Ebene von Olympia. Am Ausgang des Tals, unweit des Zusammenflusses von Alpheios und Kladeos, ist zu Füssen des von Kiefern bestandenen Kronoshügels im Laufe der Jahrhunderte eine der bedeutendsten heiligen Stätten der Antike entstanden: das Heiligtum von Olympia. Nirgendwo sonst hat man körperliche Kraft und Stärke so sehr verehrt wie hier (“Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper”). Hier spielen auch einige der schönsten Sagen und Mythen der Griechen, wie die Geschichten von der Liebe zwischen Alpheios und Arethousa, Apollon und Daphne, Hippodameia und Pelops. Götter- und Heldengestalten, die eng verbunden sind mit der üppigen Vegetation und dem Reiz der fruchtbaren, wasserreichen Landschaft um Olympia.

GESCHICHTE OLYMPIAS UND DER OLYMPISCHEN SPIELE
Das Gebiet um Olympia und der Bereich des Heiligtums selbst war schon in frühhelladischer Zeit (ab 3000 v. Chr.) bewohnt. Bis zu Beginn des zweiten Jahrtausends wurde dort ausser Rhea und Kronos eine weibliche Gottheit der Fruchtbarkeit, die Demeter Chamyne verehrt.
   
In mykenischer Zeit (1.600-1.100 v. Chr.) gehörte es zum Konigreich Pisatis, dessen Hauptstadt Pisa war.
   
Der Sage nach, in der sich vermutlich Erinnerungen an historische Begebenheiten erhalten haben, hatte Pelops, aus Lydien kommend, im Wagenrennen den in Pisa herrschenden Konig Oinomaos besiegt und so dessen Tochter Hippodameia und mit ihr die Herrschaft über das Königreich gewonnen. Er wurde zum Stammvater des Atridengeschlechts, das später in Argos herrschte, und gab schliesslich der ganzen Halbinsel seinen Namen: Peloponnesos, Insel des Pelops.
 
Gegen Ende der mykenischen Zeit (1.100 v. Chr.) übernahmen die Elier, die im Zuge der Dorischen Wanderung von Norden eingedrungen waren, die Herrschaft über Olympia und die umliegenden Lande. Mit ihnen kam der Zeuskult und die Benennung des Heiligtums nach dem Götterberg Olymp in Thessalien. Wie die Griechen glaubten, waren es die olympischen Götter selbst gewesen, die sich hier zum erstenmal im Wettkampf massen. Damals habe Zeus seinen Vater Kronos im Ringkampf besiegt, während Apollon im Faustkampf über Ares und im Wettlauf über Hermes siegreich gewesen sei.
Etwa zur gleichen Zeit habe Herakies die Olympischen Spiele begründet, indem er Ort und Abmessungen des ersten Stadions bestimmte, wo zunächst nur der Wettlauf ausgetragen wurde. Der Sieger erhielt einen Kranz aus den Zweigen des wilden Ölbaums (Kotinos), den Herakles aus dem Land der Hyperboreer, dem Sitz des hyperboreischen Apoll, mitgebracht und eigenhändig in Olympia eingepflanzt hatte.
Das Zeusheiligtum von Olympia, das unter dem Schutz des höchsten Gottes stand, gewann schnell an Bedeutung und galt bald in ganz Griechenland als das eigentliche Kult- und Wettkampfzentrum der griechischen Welt. Um Athleten wie Zuschauern die gefahrlose

Die Palästra (3. Jh. v. Chr.) hatte einen quadratischen Innenhof, der rings von dorischen Säulenhallen umgeben war. An diese schlossen sich Umkleideräume, Bader und Aufenthaltsräume für die Athleten und ihre Betreuer an.

 
Anreise zum Heiligtum zu gewährleisten und die ungestörte Durchführung der Wettkämpfe zu sichern, wurde vor Beginn der Spiele die Heilige Waffenruhe verkündet, während derer für einen Monat jegliche Feindseligkeiten zwischen den griechischen Stadtstaaten einzustellen waren.
 
Im Laufe der Zeit ergänzte man den Wettlauf mit anderen Wettkampfarten, die jedoch ausschliesslich auf athletische Kampfe beschränkt blieben. Erst hundert Jahre später kam das Wagenrennen und die anderen Pferderennen hinzu. Gleichzeitig wurde ganz Elis für dem Zeus heilig und unverletzlich erklärt. Die ersten so neugeordneten Olympischen Spiele wurden 776 v. Chr. ausgetragen, und dieses Jahr galt den Griechen hinfort als Beginn der historischen Zeitrechnung.
 
Das 7. Jh. v. Chr. war über weite Strecken von kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Eleern und ihren Nachbarn gekennzeichnet. Damals gelang es den Pisaten noch einmal. die Vorherrschaft über das Heiligtum und damit über die Olympischen Spiele zu erringen, his um 580 v. Chr. die wiedererstarkten Eleer dies Recht zurückgewannen, um es bis in spätrömische Zeit mit kurzen Unterbrechungen erfolgreich zu verteidigen.
 
Die Spiele wurden alle vier Jahre ausgetragen und dauerten seit klassischer Zeit fünf Tage. Der Zeitraum von vier Jahren zwischen den Spielen wurde “Olyrnpiade’ genannt. Der genaue Zeitpunkt, zu dem sie jeweils stattfanden, ist nicht überliefert. Feststeht jedoch, dass er um den ersten Vollmond nach der Sommersonnenwende lag, d.h. zwischen der letzten Juliwoche und der ersten Augusthälfte. Welche Bedeutung die Griechen den Olympischen Spielen beimassen lässt sich daraus ersehen, dass die Olympiaden schon bald als die Grundlage für die zeitliche Einordnung aller bedeutenden Ereignisse ihrer langen und bewegten Geschichte eingeführt wurde.
 
Ein Jahr vor Beginn der Spiele sandten die Eleer, die zuständig waren für die Durchführung der Spiele, Herolde in alle Städte Griechenlands und in alle griechischen Kolonien, die damals über den ganzen Mittelmerraum verstreut waren, von den Säulen des Herakles im Westen bis Unteritalien (Magna Graecia), von Kleinasien bis zum Schwarzen und zum Asowschen Meer.


Das Stadion, Austragungsort der athletischen Wettkämpfe. Seine Anfänge gehen in archaische Zeit zurück. Die Anlage in ihrer endgültigen Gestalt wurde in klassischer und hellenistischer Zeit fertiggestellt.

 
Aufgabe dieser “Spondophoroi (Bringer des Gottesfriedens) genannten Boten war es, das Datum zu verkünden, zu dem die nächsten Spiele und folglich auch die Waffenruhe beginnen würde. Während der Dauer dieses Gottesfriedens waren nicht nur alle kriegerischen Handlungen sondern auch die Vollstreckung der Todesstrafe untersagt.


Start aus den legendären "Startlöchern" der Antike. Die Startschwelle (Aphesis) bestand aus gerillten Marmorplatten.

Die zahllosen Stadtstaaten aus dem gesamten griechischen Raum waren bei diesen festlichen, alle Griechen vereinigenden Veranstaltungen in Olympia durch “Theoroi” (Zuschauer) genannte offizielle Gesandte vertreten, die es bei ihren Auftritten nicht an Prunk und Pracht fehlen liessen. Am Rande der Veranstaltungen traten später auch bedeutende Rhetoren, Geschichtsschreiber und Philosophen vor die versammelten Griechen.
Über viele Jahrhunderte wurden die Spiele weiterhin alle vier Jahre ausgetragen. Bei Beginn der Römerherrschaft aber (146 v. Chr.) hatten sich bereits die ersten Anzeichen des Verfalls bemerkbar gemacht: Bruch der Waffenruhe und Verletzung der Heiligkeit des Landes Elis waren keine Seltenheit mehr und die Spiele selbst hatten viel von ihrem eigentlichen, kultischen Gehalt verloren. Eine neue Blütezeit erlebte Olympia noch einmal unter


Rechts. Das Gymnasion (2. Jh. v. Chr.) war ein weiter, nicht überdachter Hof mit Säulenhallen ringsum, der als Übungsplatz für den Lauf und Fünfkampf diente. Erhalten ist die südliche und die östliche Säulenhalle.

Kaiser Hadrian, der die Spiele der neuen Zeit anpasste und die Sportstatten um neue Bauten erweiterte.
Szene von der feierlichen Zeremonie der Entzündung der Olympischen Flamme in Olympia.

In dieser Form überlebten die Olympischen Spiele immerhin bis Ende des 4. Jh.s n. Chr. Tm Jahre 393 aber liess der christliche Kaiser Theodosios I. die heidnischen Spiele per Dekret verbieten und Kaiser Theodosios II. 426 garden Zeustempel in Brand stecken. Ein Erdbeben vollendete im 6. Jh. schliesslich das Werk der Zerstörung, das Mensch und Zeit begonnen hatten. Es war der Alpheios, der die heilige Stätte gleichsam in die Neuzeit herüberrettete, indem er durch Anschwemmungen das, was von dem Heiligtum übriggeblieben war, im Laufe der Jahrhunderte unter einer meterhohen Erdschicht begrub.

Die Wiedereinführung der Olympischen Spiele 1896 geht auf P. Baron de Coubertin zurück, dem der Grieche Dimitrios Vikelas mit Begeisterung und Tatkraft zur Seite stand. Mit Ausnahme der beiden Weltkriege haben die Spiele, die jedesmal an eine andere Weltstadt vergeben werden, seither wieder alle vier Jahre unter Teilnahme von Sportlern aus allen Ländern der Welt stattgefunden.

 

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Stand: 11. Dezember 2008